Eine weitere Möglichkeit, Inhalte unterhaltsam (weniger langweilig) zu vermitteln, ist das
sogenannte “Storytelling”.
Dieser Begriff hat sich in den letzten Jahren in Werbung und Marketing immer weiter
verbreitet und steht für die Kunst, Fakten mittels Geschichten zu vermitteln. Indem
Informationen mit Gefühlen verknüpft werden, speichert das Gehirn sie besser ab als reine
Fakten.
Dazu gehören in der Regel mindestens drei Komponenten: ein:e Held:in, ein Problem, und
eine Lösung.
Jana Brehmer und Sebastian Becker nennen 5 “Zutaten” für erfolgreiches Storytelling:
1. Eine emotional bedeutende Ausgangssituation.
2. Eine (sympathische) Hauptfigur.
3. Konflikte und Hindernisse, die die Hauptfigur überwinden muss.
4. Eine erkennbare Entwicklung (Vorher-Nachher-Effekt).
5. Und einen Höhepunkt, möglichst ein auf das eigene Leben anwendbares Fazit – die Moral von
der Geschichte.
Wir haben uns bemüht, diese Elemente zumindest skizzenhaft in unsere Kurse zu
integrieren.

Als “Held:innen” dienen uns wie erwähnt unsere Personas: Anita, Dave, Kai, Susan und
Winnie. “Probleme” haben sie genug – ihr Arbeitsalltag stellt sie ohnehin vor allerlei
nachvollziehbare Herausforderungen im Umgang mit Forschungsdaten, die wir als
Ausgangssituation und narratives Setting nutzen können. Die von uns stets als
konkrete Fragen formulierten Herausforderungen entsprechen den “Hindernissen” oder
“Konflikten” – die vermittelten Informationen dienen als “Lösung” – und implizites Fazit:
so kann es (besser) gehen!
Auch wenn wir manche dieser Elemente nur andeuten – wir wollen Lehrmittel erstellen,
keine Romane oder Drehbücher schreiben – bieten sie doch ein gutes Gerüst, an dem
wir unsere h5p-Portfolios ausrichten können.
Zudem ermöglicht die narrative Einbettung – so rudimentär sie auch sein mag – eine
ungezwungene und organische Einbettung von szenario-basierten Quizzes und
Übungen – ein didaktisches Konzept mit hohem Praxisbezug, das hilft, Fachwissen in aktives
Handlunswissen zu überführen.
Probiert es gern aus und seid dabei, wenn Anita, Susan, Kai und Dave sich im
Museumscafé treffen – vielleicht besprechen Sie die gleichen Herausforderungen, die
auch Ihr bei der Arbeit habt?
Unter https://moodle.winoda.de finden sich bereits Selbstlern-Kurse zu
- Automatic Text Recognition (ATR),
- Regulatory Frameworks for Data Acquisition in Fieldwork and
- Data Governance.
Weitere werden in Kürze folgen. Einfach registrieren!
- Brehmer, J. , Becker, S. (2017). "Storytelling"...die ursprünglichste Form der Wissensvermittlung. https://www.uni-goettingen.de/de/document/download/0952de622746c494217a0eff248a78c6.pdf/02_storytelling.pdf
- Roman-Müller, H. (2017). Praxisnahes Lernen anhand realistischer Szenarien. Erfahrungsbericht eines neuberufenen Professors aus dem Studiengang Immobilienmanagement an der Hochschule RheinMain. In _Neues Handbuch Hochschullehre. [Teil] C. Lehrmethoden und Lernsituationen. 1. Problemorientiertes Lernen_ (S. C 1.11, S. 25-48). DUZ Verlags- und Medienhaus.
- Hauff, M., Heidemann, D., & Schumacher, E.-M. (2008). Szenario-basiertes Lernen. Ein Konzept für die Entwicklung von Führungskompetenzen im Masterstudiengang an der Deutschen Hochschule der Polizei Münster. In B. Berendt, H.-P. Voss, & J. Wildt (Hrsg.), _Neues Handbuch Hochschullehre. Lehren und Lernen effizient gestalten. [Teil] G. Schlüsselqualifikationen und wissenschaftliches Arbeiten. Kooperation und Teamwork_ (S. G 5.9, 18 S.). Raabe.

Als wissenschaftliche Mitarbeiterin am DAI bin ich bei WiNoDa hauptsächlich für die Erstellung von Selbstlern-Kursen zur fachspezifischen Datenkompetenz zuständig.
Praxisorientiert und interaktiv – mein Ziel ist: weniger Fachjargon, mehr Aha-Effekt.
Denn Daten sind für alle da!
