Nach der Fertigstellung der fachlichen Skripte auf Basis der ausgewählten Lernziele habe ich mit der Erstellung des eigentlichen Online-Kurses begonnen, also mit der narrativen Präsentation der Inhalte in Moodle. Dabei helfen mir unsere“Personas”: Kurator Kai, Senior Scientist Susanne, Akademikerin Anita und Datenspieler Dave, die ich hier schon einmal vorgestellt hatte: https://winoda.de/2025/06/20/wen-interessiert-das-hoffentlich/
Was sind Personas eigentlich?
Personas basieren in der Regel auf den Daten von Nutzerumfragen und verdichten die erhaltenen Informationen in bestimmte Profile – fiktionale, aber datenbasierte Steckbriefe typischer Nutzer oder Zielgruppen.
Dank der Anthropomorphisierung wird eine abstrakte Zielgruppe in ihren unterschiedlichen Facetten konkret fassbar. Produzent:innen und Verkäufer:innen von Software, Waren oder Dienstleistungen können die Erwartungen, Bedürfnisse und Motive ihrer Kunden besser verstehen.
Wie nutzen wir unsere Personas?
Bei unserer Arbeit und ganz besonders bei der Erstellung von OER helfen uns unsere Personas dabei, typische Anwendungsfälle, Problemstellungen und Herausforderungen unserer Zielgruppen im Blick zu behalten – sowohl bei der datengetriebenen Forschung mit naturkundlichen Objekten als auch speziell für das Collection Management.
Es fällt uns leichter, die für unseren “Dave” oder “Anita” relevanten Lernziele zu identifizieren und/oder anzupassen, oder uns auf die spezifischen Tools, Normdatensätze oder Methoden zu konzentrieren, die für unsere “Susanne” oder “Kai” wichtig sein könnten. Zugleich sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass wir – geprägt von unserem eigenen fachlichen/beruflichen Hintergrund – einen Teil unserer Zielgruppe vergessen.

LEGO® ist eine Marke der LEGO Gruppe, die dieses Projekt weder sponsert noch unterstützt.
Von der Persona zur Protagonist:in
Wir haben uns entschieden (wenn es passt und sinnvoll ist) Kai, Susanne, Anita und Dave auch bei der konkreten Umsetzung der Kurse für die Narration der Inhalte nutzen – als typische Vertreter:innen ihres Fachs beantworten sich gegenseitig Fragen, helfen einander, Lösungen für typische Herausforderungen zu finden oder erzählen von passenden Anwendungsfällen. So fühlt sich unsere Community hoffentlich gesehen, verstanden und angesprochen. Ergänzend haben wir noch eine Persona für unseren Helpdesk eingeführt (Hi Winnie!), die uns als Joker dient und als “deus ex machina” alle offenen Fragen beantworten kann.
Bildsprache
Für die Visualisierung haben wir uns entschlossen, das generische Element der Personas mit Hilfe von Spielzeugfiguren zu unterstreichen, die die Materialien der unterschiedlichen Kurse bebildern und einen Wiedererkennungseffekt bieten können. Die Figuren haben wir im ersten Schritt aus der Klemmbausteinkiste meines Sohnes zusammengestellt, und dann mittels der kostenlosen Software BrickLink Studio in 3D gerendert. Dabei konnten wir auch die Farben anpassen, sodass jede Figur eine eigene Hauptfarbe aus unserem Corporate Design erhalten hat – das macht sie leichter unterscheidbar und hilft bei der Wiedererkennung.

Unsere Personas dienen uns als Orientierung und als Identifikationsfigur. Sie können als Kürzel für ein Berufsbild oder eine Fachdisziplin stehen oder als Dialogpartner ein Narrativ vorantreiben. Und ich hoffe, sie machen unsere Kurse relevanter und interessanter – und vielleicht bringen sie auch ein bisschen Leichtigkeit in einen Kontext, in dem trockene Wissensvermittlung mit dichten Fachtexten die Regel sind…
Wenn Sie das hier lesen, gehören Sie wahrscheinlich zu unserer Zielgruppe – was denken Sie?

Als wissenschaftliche Mitarbeiterin am DAI bin ich bei WiNoDa hauptsächlich für die Erstellung von Selbstlern-Kursen zur fachspezifischen Datenkompetenz zuständig.
Praxisorientiert und interaktiv – mein Ziel ist: weniger Fachjargon, mehr Aha-Effekt.
Denn Daten sind für alle da!
