OER erstellen mit H5P

Bei der Erstellung unserer Selbstlernkurse haben wir verschiedene Formate ausprobiert, um unsere Inhalte visuell ansprechend und interaktiv zu präsentieren.
Früher (ja, noch während des Corona-Lockdowns) wurden für E-Learning oft “klassische” Office-Formate genutzt. Allerdings fehlt Textdokumenten oder Präsentationsfolien, die als PDF-Dokumente (für Skripte, Präsentationen oder Arbeitsblätter) zum Download angeboten werden, in der Regel das “interaktive” Element, z.B. ein integriertes Quiz.

Dabei lassen sich mit H5P kinderleicht interaktive Lehrmaterialien erstellen.
H5P ist ein html-basiertes Tool, mit dem verschiedene Quiz-Typen (Multiple-Choice, Lückentext, Flashkarten) einfach und ohne Programmierkenntnisse erstellt werden können. Das geht schnell, leicht und zuverlässig. Die fertigen H5P Dateien lassen sich in Lernplattformen (Moodle integriert H5P seit 2020 und Version 3.9.), oder gleich auf der eigenen Webseite (z. B. WordPress, Drupal) einbinden und ausprobieren.

Die Erstellung von Quizfragen ermöglicht unser Moodle-System natürlich eigentlich auch mit Bordmitteln, immerhin wurde es für E-Learning entwickelt. Aber H5P sind leichter zu erstellen, sehen netter aus und lassen sich miteinander kombinieren. Zudem sind sie meist barrierefrei, es gibt es eine gute Dokumentation und zahlreiche Online-Tutorials.
Vor allem aber geht H5P weit über kleine Quizze hinaus. Seiten-Layout-Elemente (Column, Page) lassen sich bspw. in ein Interactive Book integrieren.

Und anders als ein Moodle Book lassen sich H5P-Books (oder Course Presentations, Game Maps, Portfolios und andere komplexere Formate) leicht außerhalb von Moodle nutzen.
So können wir für einen Kurs oder ein Kursmodul Inhalte und Aktivitäten dauerhaft als Sinneinheit bündeln, aus edu-sharing heraus für unser Moodle (und die Welt) freigeben, und in allen möglichen Systemen und Kontexten wiederverwenden (lassen).
Das heißt, mit dem Umweg über H5P können wir unser Moodle FAIR nutzen.

Für die Erstellung komplexerer Aktivitäten ermöglicht H5P die Einbettung anderer H5P-Typen. So kann man nach einem “Infodump” Zwischenfragen stellen oder Definitionen abzufragen, oder vorbereitete Fragen zu einem Abschlussquiz kombinieren.
Will man einem bspw. einer Course Presentation eine Multiple-Choice-Frage hinzufügen, kann diese Frage auch über den Zwischenspeicher aus einem bereits vorhandenen Quiz herüberkopiert und eingefügt werden. Nicht elegant, aber funktioniert.

Die Nutzung und Erstellung von H5P ist kostenlos (online Editoren verlangen oft eine Registrierung und/oder lassen sich den Speicherplatz bezahlen). Den Lumi Desktop Editor kann man aber auch lokal installieren. Auch unser Moodle-LMS und unser Repositorium (edu-sharing) haben jeweils einen integrierten H5P-Editor, mit dem sich Materialien direkt in der jeweiligen Systemumgebung erstellen und von dort einbinden lassen. Praktisch, weil sich unser Repo um Versionierung und Metadaten kümmert!

Es gibt aber auch Nachteile:
Weder Moodle noch edu-sharing erlauben ein einfaches Zwischenspeichern während der Erstellung. Will man speichern, schließt sich der Editor und man muss die Datei mit mehreren Klicks erneut öffnen – gerade bei größeren und komplexeren H5P-Elementen ist das mühsam und zeitaufwendig.
Lumi erlaubt ein Zwischenspeichern mit STRG+S.
Und ja: häufiges and regelmäßiges Zwischenspeichern ist sinnvoll, denn manchmal geht das Speichern auch schief…

Deshalb erstelle ich die geplanten Quizfragen auch in separaten Textdokumenten. Wenn man sie gleich richtig formatiert – z. B. die Lösungen für Lückentexte in “*” einschließt – kann man die Texte einfach kopieren und einfügen.
Auch Überlegungen zum Layout und zur Illustration von Kursabschnitten “skizziere” ich mir lokal in PowerPoint – Text und Abbildungen auf die Folie, Alt-Text und Bildquellen in die Notizenfunktion. Was wie doppelte Arbeit klingt, hat mich leider schon oft gerettet.

Für mich hat sich folgender Workflow bewährt: in der Datei mit dem Textentwurf zum jeweiligen Lernziel stehen auch eine oder mehrere Quizfragen, die sich mit diesem Text beantworten lassen. So konnte ich die “Prüfungen” zusammen mit den Texten den Kolleg:innen zum Peer-Review geben.
Die Quizfragen (Multiple-Choice, Lückentext, Wahr-Falsch-Fragen etc) – bekamen die Lernziel-ID und den Quiztyp als Titel, und sind so in jedem Kontext präzise einem Text zuzuordnen. (Und in Obsidian verlinkt!)

Das alles funktioniert, aber leider nur in bestimmten Grenzen. H5P wurde als interaktive Ergänzung zu statischem Content entwickelt – je größer die Datei und je komplexer das Format, desto instabiler wird es offenbar.
Ein H5P Interactive Book wäre die natürliche Lösung für unsere Kurse, weil es die Gesamtheit der integrierten Quizzes am Ende auf einer Seite zusammengefasst auswerten könnte. Aber die Layout-Optionen sind sehr begrenzt – ein zweispaltiges Layout mit Bild links, Text rechts ist nicht möglich. Das passte leider nicht zu unseren Plänen, Inhalte im Dialog unserer Personas zu vermitteln.

H5P Course Presentations kann man (mit etwas Präsentationserfahrung) recht intuitiv bedienen und erlauben ein präzises Layout – aber in der Praxis “verschlucken” sie sich häufig an Farben oder Bildern, die nach dem Speichern plötzlich verschwunden waren.
Ich nutze unterschiedliche Textfarben für jede Persona, und viele Illustrationen für die Anschaulichkeit. Ich kann nicht mehr aufzählen, wie oft ich alle Bilddateien erneut einfügen musste, nur weil ich einen Tippfehler korrigieren musste.

Screenshot einer Quiz-Seite in einem H5P-Portfolio, das für einen WiNoDa Selbstlernkurs erstellt wird.
Screenshot einer Quiz-Seite in einem H5P-Portfolio, das einen WiNoDa Selbstlernkurs enthält. (Demnächst verfügbar!)

Wir haben uns schließlich für H5P Portfolios entschieden: diese erlauben über Platzhalter ein flexibleres Layout und bis zu vier Kapitelhierarchien. Mit ein paar schnell erstellten Templates ist es bequem zu bedienen und ermöglicht eine einheitliche Bildsprache über Ersteller und Kurse hinweg.
Leider hat man kaum Kontrolle über Breite oder Höhe von Layoutelementen, sodass die Darstellung auf verschiedenen Monitoren unterschiedlich ausfällt. Nicht ideal, aber es wird wohl funktionieren.

Hätten wir noch etwas mehr Zeit, hätte ich gerne LiaScript ausprobiert – ein Markdown-basiertes Format, das speziell zur Erstellung von OER entwickelt wurde. Vielleicht kann ich Euch demnächst mehr dazu erzählen, aber für unsere bereits geplanten Kurse kann unser Team momentan keine weiteren Toolkompetenzen mehr aufbauen. Unser Fokus liegt jetzt allein auf der Fertigstellung und Publikation.

Habt Ihr mit LiaScript oder H5P schon Erfahrung? Was nutzt Ihr zur Erstellung interaktiver OER?

Links
https://h5p.org/
https://lumi.education/de/
Home
https://liascript.github.io/

Unless otherwise stated, all content is published under cc-by 4.0. Suggested citation:
Schröder, Dr. Asta von. (2026). OER erstellen mit H5P. WiNoDa Knowledge Lab. https://winoda.de/2026/03/11/oer-erstellen-mit-h5p/ (Accessed on März 17, 2026 at 22:55)
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